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Köhler, Viktoria

Mayo Clinic

Goethe University Frankfurt

Citations 1

Medulläres Schilddrüsenkarzinom
Köhler, Viktoria, Spitzweg, Christine , Kroiß, Matthias

Angewandte Nuklearmedizin | August 28, 2023 | Volume: 46 | Issue: 03 | Pages: 241-246

10.1055/a-2030-6731 Get It

Zusammenfassung Diagnose und Prognose Calcitonin ist ein sensitiver und spezifischer Tumormarker zur Früherkennung und Verlaufskontrolle des MTC. Daneben kommt dem Ultraschall der Schilddrüse eine entscheidende Rolle zu. Rolle des RET-Proto-Onkogens Das medulläre Schilddrüsenkarzinom (MTC) nimmt seinen Ursprung aus den parafollikulären calcitoninproduzierenden C-Zellen. Es macht nur ca. 3–8% aller Schilddrüsenkarzinome aus. Aktivierende Mutationen im RET (rearranged during transfection)-Gen liegen bei etwa 25% der Patienten in der Keimbahn vor, werden aber auch beim sporadischen MTC als somatische Mutationen in ca. 60% der Fälle beobachtet. Bei metastasierter Erkrankung findet sich in 90% eine RET-Mutation. RET-Mutationen gelten als Treibermutationen und schließen weitere Treibermutationen weitestgehend aus. Seltener sind somatische Mutationen der RAS-Gene. Chirurgische Therapie Die chirurgische Resektion ist bis heute der einzige kurative Therapieansatz. Entscheidend für eine frühzeitige Diagnosestellung ist die Bestimmung des Serum-Calcitonins bei Nachweis von Schilddrüsenknoten. Die chirurgische Therapie steht auch bei der Behandlung lokoregionärer Rezidive oder lokal angehbarer Metastasen im Zentrum. Systemtherapie Bei irresektabel fortgeschrittener und progredienter Erkrankung mit signifikanter Tumorlast kann eine systemische Therapie erforderlich werden. Neuerdings ist die Kenntnis einer RET-Mutation im Tumorgewebe therapeutisch relevant, da mit dem selektiven RET-Inhibitor Selpercatinib eine neue, effektive und gut verträgliche Systemtherapien zur Verfügung steht. Dieser ist inzwischen wie bisher nur die Multityrosinkinaseinhibitoren Cabozantinib und Vandetanib als Erstlinientherapie des fortgeschrittenen MTC zugelassen. Vandetanib darf ebenfalls nur noch bei Patienten mit RET-Mutation angewendet werden.